Rassevorstellung:

 

Nach den historischen Quellen reicht diese Rasse tief in die Geschichte des tschechischen Volkes. Der Prager Rattler hatte Anteil an königlichen Festmahlen auf der Prager Burg, war Zierde von böhmischen, fürstlichen und königlichen Höfen seit Entwicklung der Eigenstaatlichkeit.
Als Geschenk der böhmischen Herrscher gelangte er unter weitere Bevölkerungsschichten. Viele Aussagen über die Geschichte des Prager Rattlers sind erhalten geblieben. Die Ergebnisse der Untersuchungen in Archiven beweisen, dass es sich um eine tschechische (damals böhmische) Rasse handelt, deren Vergangenheit historisch ist.
1975 wurde mit der Regeneration begonnen. Die Regeneration verlief schnell und mit Erfolg, so dass der Prager Rattler wieder in unseren Familien lebt.

Der Prager Rattler ist ein kleiner Hund mit prägnantem Gesichtsausdruck des Toyhundes. Er hat einen sehr ausgeglichenen Charakter. Wegen seines Temperaments wird er besonders geschätzt. Seine Beweglichkeit ist bewundernswert. Er ist sehr aufmerksam, stets konzentriert, dabei spielfreudig und gutherzig. Zu seinem Herrn hat er immer Vertrauen. Wegen seines kurzen, glatten Haares ist er ein idealer Wohnungshund.

 

Rassebeschreibung

Wichtige Größenverhältnisse (Proportionen)

Länge des Körpers zur Widerristhöhe

1,00 - 1,04

Widerristhöhe zur Höhe der Brust  

0,45 - 0,50

Länge des Nasenrückens zur  Länge des Kopfes 

mind. 0,33

 

Verhalten und Charakter

Zarter, anspruchsloser, munterer und stets wachsamer Hund. Zu Fremden mißtrauisch, zu Familiengehörigen schmeichelnd, nett und gutherzig. Er liebt das Familienleben, ist zutraulich zu Kindern und zeichnet sich durch starken Hang zum eigenen Heim aus. Seine edlen und intelligenten Eigenschaften sind angeboren.

 

Kopf

Das Gesamtbild des Kopfes ist edel, regelmäßig und symmetrisch. Der Kopf ist birnenförmig.

Oberkopf:
Der Schädel ist gewölbt (ist nie flach wie bei kurzhaarigen Zwergpinschern), so das der Schädelknochen nicht paralell zur Nasenpartie verläuft. Der Genickknochen ist stark ausgeprägt. Die Wangen sind fest, deutlich sichtbar und ein wenig herausragend. Die Augen sind weit auseinander, haben ein ausgeprägtes Leuchten und ragen deutlich heraus. Die Kopfhaut ist ohne Falten und mit feinem Haar bewachsen.

Stop (Stirnansatz):
Stirnstop und Stirnfurche sind deutlich erkennbar.

 

Gesicht

Nase:
Eine gut entwickelte Nase zielt in der Vorderpartie senkrecht zu Boden. In der Oberpartie entfaltet sie sich zum stumpfen Keil. Die Nase ist schwarz gefärbt. Ein hellerer Farbton vorne ist zulässig, soweit er nicht die ganze Nasenfläche betrifft.

Schnauze:
Der Nasenrücken ist gerade und bildet mind. 1/3 Gesamtlänge des Kopfes. Die Schnauze verengt sich zur Nase. Mit der Stirn bildet sie einen ausgeprägten Übergang zur Schädelpartie. Der Übergang verläuft seitlich und gleichmäßig.

Lippen:
Die Lippen liegen fest an den Kiefern an. Die Mundwinkel sind geschlossen. Die Oberlippen überdecken leicht die Unterlippen.

Kiefer:
Beide Kiefer sind fest, bilden eine geschlossene Kieferpartie und laufen zur Nase hin zusammen.

Backen:
Glatt, gerade und an den Kiefer angelehnt.

Zähne:
Schneeweißes Scherengebiß - vollständig beißfähig.

Augen:
Dunkel, je dunkel - desto besser. Die Augen sind mittelgroß, rund und deutlich gewölbt. Die Augenlider sind angewachsen, so das die Augenhaut nicht zum Vorschein kommt.

Ohren:
Die Ohren sind unkupiert, hoch und am Hinterkopf angesetzt. Die Ohrenform ist V-förmig. Die Ohren sind stehend oder halbstehend. Sie dürfen nicht liegen bzw. hängen. Bevorzugt sind stehende Ohren. Die Ohren sind lang und am Ende abgerundet.

 

Hals

Trocken, ganz ohne Wulst, edel gewölbt, lang. In guter Proportion zum Kopf.

 

Körper

Rücken:
Kurz, gerade, fest.

Lende:
Kurz, fest zusammenhängend mit dem Rücken, fließend auf die Rute gerichtet.

Brust:
Mäßig breit mit abgerundeten Rippen. Im Druchschnitt ist sie oval und reicht höchstens bis zum Ellbogengelenk. Ihre Tiefe beträgt wenigstens 45% der Widerristhöhe. Optimal ist das Verhältnis Widerristhöhe zur Brusttiefe von 2:1.

Vorbrust:
Deutlich gewölbt, ausreichend entwickelt (angesichts der Größe des Hundes)

Bauchlinie:
Gut aufgezogen. Zwischen dem Bauch und der Lende ist ein deutlicher Übergang zur zusammengezogenen Weiche.

Rute:
Hoch angesetzt und nach oben schräg getragen.

 

Gliedmaßen

Vorderhand:
Das Schulterblatt ist schräg gelegen. Die Ellbogen liegen gut beim tiefsten Teil des Brustkorbes an, sind ausreichend hoch und zielen genau und parallel zum Hintern. Das ganze Bein ist leicht und elastisch, muskulös, senkrecht und gerade.

Hinterhand:
Die Stellung ist fest, der Oberschenkel natürlich breit mit gut entwickelten Muskeln. Die Kniegelenke sind gut gerundet und fest. Das Sprunggelenk ist nicht zu hoch, immer fest. Beide Hinterhände sind gut entwickelt mit ausgeprägter Beweglichkeit, Leichtigkeit und gut entwickelte Muskulatur.

Pfoten:
Die Vorder- und Hinterpfoten sind rund, geschlossen, kurz, fest und haben gewölbte Finger (Katzenpfoten) mit dunklen Klauen und festen Polstern.

 

Gangwerk

Die gesamte Bewegung ist immer voll, gleichmäßig, elastisch, sehr leicht und gewandt. Der Trab und der Galopp sind immer leicht und ausdauernd. Die Pfoten dürfen bei Bewegung keine schlurfende Bewegung haben.

 

Haut

Fest, ausreichend stark und elastisch. Sie sitzt fest am Körper.

 

Haarkleid

Beschaffenheit des Haares:
Kurz, sitzt fest am Körper, glänzend, dicht und ohne glatzige Stellen. Auf dem Kopf ist es zumeist dünner und kürzer im Vergleich zum Körper.

Farbe:
Schwarz mit satten gelben Stellen (sog. black and tan). Diese gelben Zeichen sind oberhalb der Augen, auf den Wangen, an der Brust und eventuell unten am Hals, weiterhin unter der Rutwende. Je dunkler diese Zeichen sind desto besser. Weiße Flecken sind unerwünscht. Hunde mit glänzlich gelber Farbe sind ebenfalls zulässig.

 

Größe und Gewicht

Widerristhöhe:
Widerristhöhe des Rüden und auch der Hündin liegt zwischen 19 cm (-1) bis 23 cm (+1) cm. Die Widerristhöhe, die +1 cm nicht übersteigt, wird bevorzugt.

Gewicht:
Optimal 2 - 2,2 kg (min. 2 kg).

 

Fehler

Mängel:
Ausgeworfenes Gebiß, Verlust bis 2 Premolare P1, oder eines Premolars P2 - P4, oder eines Molars M1 - M3, eines Schneidezahnes, Widerristhöhe 24 cm. Leicht gewölbter Rücken und Lende, Hautfalten am Kopf, kleine kahle Stellen auf der Haut, weicher Rücken, verbreitete gelbe Zeichen am Kopf, seitlich laufende Pfoten.

Größere Fehler:
Widerristhöhe über 24 cm und unter 18 cm, Verlust von 3 Premolaren P1, 2 Premolaren P2 - P4, oder Verlust von 2 Molaren M1 - M3, ev. Verlust 2 P1 und eines P2 - P4, ev. eines Molars M1 - M2. Verlust 2 Schneidezähne, Zangengebiß. Deutlich gewölbter Rücken und Lende, die sich auf die elastische Bewegung nicht gut auswirken. Weißer Fleck auf der Brust von größerem Durchmesser als 1 cm.

Disqualifizierende Fehler:
Widerristhöhe über 25 cm und unter 17 cm, apfelartige Form des Kopfes, dh. Nasenpartie erreicht nicht 1/3 der Gesamtlänge des Kopfes. Verlust von mehr als 3 Zähnen P2 - P4 inkl. M1 - M2, Verlust von 2 Schneidezähnen. Größerer weißer Fleck auf der Brust, stark gewölbter Rücken und Lende. Das Ohr knapp am Kopf angelehnt. Vorbiß, Kryptorchismus. Andere Verfärbungen als schwarz mit gelben Abzeichen (black and tan) oder gänzlich gelb sind unzulässig?